Wie kann ich meine Ängste überwinden?

Ängste begleitet jeden von uns in unterschiedlichsten Situationen. Sie wollen Beschützer sein, sind es aber oft nur scheinbar und blockieren uns stattdessen. Kann man diese Ängste überwinden?

Eine Frau hinter einem Zaun, welcher metaphorisch für die Angst steht.
Angst bedeutet, hinter Gittern zu leben und sich auch so zu fühlen.

Angst ist die Ursache, warum wir uns klein fühlen und es unserem Leben an Erfüllung mangelt. Vor Angst verschließen wir uns dem gewaltigen Reichtum des Lebens, und fliehen dafür in seichte Unterhaltung und Routine.

Nur wenn du deinen Geist völlig öffnest, kannst du ein wirklich reiches Leben führen – nicht unbedingt materiell reich, doch auf jeden Fall reich an Tiefe, Bedeutung und Intensität. Nur wenn du deine Ängste überwinden und loslassen kannst, kann das pure Leben dich voll vereinnahmen und tief berühren.

Angst ist nicht gleich Angst

Du streifst durch den Wald und um die Kurve triffst du auf ein Reh. Es genießt in aller Seelenruhe die Früchte des Waldes. Doch dann erblickt es dich, ruckartig schreckt es auf und zischt davon.

Die Angst des Rehs ist unmittelbar und der Situation entsprechend. Es ist ein Tier, welches deshalb überlebt, weil es flink davonrennt. Die Angst des Rehs ist sein Beschützer.

Andere Situation: Du gehst durch die menschengefüllte Fußgängerzone einer Stadt. Du weißt nicht genau warum, doch du fühlst dich beengt und klein, dein Körper ist angespannt und dein Herz verschlossen. Keinerlei unmittelbare Gefahr in Sicht, doch du bist gehemmt und gefangen in deinem Kopf.

Während erstere Angst ein Beschützer ist, deformiert und entstellt die andere das Leben eines Menschen. Sie ist hässlich, unnütz und ganz allein das Produkt unserer Vorstellungskraft. Diese Ängste zu überwinden ist essentiell für das Aufblühen deines Lebens.

Psychologische Ängste überwinden?

Jede psychologische Angst hat ihren Ursprung in unseren Gedanken, egal ob es Angst vor einer Krankheit oder die Angst vor einer sozialen Situation ist. Sie entsteht, wenn sich deine Gedanken um dich selbst kreisen und eine Antwort suchen auf die Frage: Was wird mit mir passieren?

Ein Mensch verzweifelt alleine in einem Raum.
Angst bedeutet auch immer Einsamkeit, weil die Gedanken sich nur um das Ich drehen.

Ein Geist in diesem Zustand fühlt sich stets gefangen, kann niemals frei sein oder lebendig. Es existiert keinerlei Raum für die Entfaltung des Lebens. Das Leben fühlt sich mühsam und der Weg beschwerlich an – nur aus dieser Enge heraus fällt manchmal die Behauptung, dass das Leben ein Kampf sei.

Das Leben ist das, was du daraus machst. Damit meine ich nicht, dass du alles kontrollieren kannst, was dir geschieht oder ob du immer Erfolg hast. Doch den Grundtenor deines Lebens kannst du absolut in die Hand nehmen, und daraus entweder einen Kampf machen, oder eine entspannte Reise, oder ein feierliches Feuerwerk, oder was auch immer du möchtest.

Ist es also möglich, diese psychologischen Ängste zu überwinden, welche unser Leben klein halten?

Die Unsicherheit des Lebens

Das Zentrum dieser Angst liegt in der Unsicherheit darüber, was mit mir passieren wird. Zu leben aber bedeutet immer, dass ich nicht weiß, was passieren wird. Denn Veränderung ist geradezu die Quintessenz des Lebens!

Die psychologische Angst ist also der nutzlose Versuch des Verstands, dieser inhärenten Unsicherheit zu begegnen. Der Verstand leistet Widerstand gegen diese Unsicherheit, gegen diese Veränderung, die bereits darin impliziert ist, dass ich am Leben bin.

Das Paradoxe ist: Je mehr du klammerst, um deine Unsicherheit und Ängste zu überwinden, umso mehr Unsicherheit schaffst du in dir. Wenn du dagegen die Angst vor Kontrollverlust überwinden kannst, in deine Lebendigkeit eintauchst und deinen Geist öffnest, erlebst du eine nie gekannte Sicherheit – nicht weil du alles kontrollieren könntest, sondern weil du aus Erfahrung spürst, dass dein Glück aus dir selbst strömt und nicht davon abhängt, was passiert.

Ein Mann stützt den Kopf mit dem Arm und denkt mit ernster Miene nach, wie er seine Ängste überwinden kann.
Das ständige Grübeln vertreibt nicht die Angst, sondern führt nur zu mehr Grübeln.

Im Grübeln über mich selbst und im Widerstand gegen das, was ist, liegt die Wurzel des ganzen Übels. Und erst daraus sprießen die 1000 Ängste des Verstands. Es bringt jedoch nichts, sich mit den 1000 Sprösslingen der Angst zu beschäftigen.

Wenn du versuchst, all diese Ängste zu überwinden, dann wird das unweigerlich ein lebenslanger Kampf: Wo ich eine Angst scheinbar besiegt habe, schießt alsbald schon eine neue aus der Wurzel.

Können wir also der Wurzel ein Ende setzen? Nicht mit den 1000 Ängsten im Kopf um die Vorherrschaft ringen, sondern das Zentrum transformieren?

Die Auflösung der Angst

Natürlich kann ich mit simplen Beruhigungsmethoden bei Angst versuchen, mich zu entspannen. Dabei hilft eine bewusst tiefe Bauchatmung, oder ich kann versuchen, in meinen Gedanken die Angst zu entschärfen und mir versichern, dass ich damit klar komme, was auch immer passiert. Ich selbst habe das oft getan.

Und vielleicht kann ich so kurz meine Angstgedanken loswerden. Doch im Hintergrund bleibt stets dieses schleichende Gefühl von Angst, das fühle ich genau. Denn diese Methoden berühren nicht die Wurzel meiner Ängste. Und das Leben wird zu einem steten Ringen mit meinen Angstgedanken: Ich verschwende so viel Lebenskraft darauf, meine Ängste zu überwinden.

Wir haben schon festgestellt: Der Ursprung jeder psychologischen Angst liegt in den selbstzentrierten Gedanken. Die Auflösung der Angst bedeutet daher, dass diese Gedanken ein Ende finden.

Doch werde ich dann nicht leichtfertig und anfällig dafür, mich in Gefahr zu begeben? Nicht wirklich. Denn du fasst ja nicht ins Feuer, weil du so viel Angst davor hast, sondern weil dein Geist klar genug ist und du weißt, was passieren wird.

Warum aber entstehen diese Gedanken der Angst überhaupt? Niemand entscheidet sich bewusst dafür, weil er die Angst so sehr genießt, oder? Diese Gedanken sind also ein unbewusster Prozess.

Die Angst zu beenden ist keine Frage der Willenskraft. Kein innerer Kampf wird dir dabei helfen, deine Ängste zu überwinden und dich zu befreien. Vielmehr wirst du das Chaos nur noch mehr aufwühlen, und selbst wenn du es schaffst, eine Angst zu unterdrücken, wird sie dich woanders überraschen und nur noch stärker emporsteigen.

Gegen Angst zu kämpfen ist wie der Versuch, die Wellen auf dem Wasser mit einem Hammer zu beruhigen. Nicht ein Kampf ist hier also nötig, sondern allein eine tiefe Klarheit in deinem Geist: Und dann beruhigt sie sich ganz von selbst, diese Angst.

Ängste überwinden und Sicherheit in sich selbst finden

Menschen geben sich allem möglichen hin in dem vergeblichen Versuch des Verstandes, absolute Sicherheit zu finden. Diese Suche nach Sicherheit ist der Grund, warum Menschen sich Ideologien und Dogmen verschreiben – und zwar manchmal so weit, dass sie bereit sind, sich selbst und anderen die schrecklichsten Dinge anzutun.

Doch die ganze Suche bleibt vergeblich. Denn jegliche Ideologie basiert auf Ideen. Jedes Dogma erfordert die konstante Anstrengung, den Glauben daran aufrecht zu erhalten. Die Basis ist also bereits Illusion, und in einer Illusion kannst du keine Sicherheit finden oder deine Ängste endgültig überwinden.

Nichts im Außen kann uns die Sicherheit geben, die wir suchen. Denn per Definition befindet sich im außen alles stets im Wandel, das Leben fließt dahin. Das Gefühl absoluter Sicherheit kannst du nur in dir selbst finden – aber nicht in einer flüchtigen Gedankenform, nicht in einem starren Konzept, nicht in deinem Ego.

Eine Frau geht eine Straße entlang und streckt unbekümmert ihre Arme aus.
Paradox: Sich innerlich völlig öffnen führt zu einem nie gekannten Gefühl von Sicherheit.

So paradox es klingen mag, doch ein Gefühl von tiefer Sicherheit erlebst du erst, wenn du dich dieser Welt voll und ganz öffnest. Denn die Basis einer tiefen Unsicherheit befindet sich in jenem Geist, der sich selbst als getrennt erlebt. Und je kleiner der Horizont und je kleiner die Grenzen dieses Geistes, umso tiefer reicht seine Unsicherheit.

In jener Verbundenheit zur Welt öffnet sich in dir ein weiter Raum; eine große Menge kreativer Energie wird frei: Wo du früher Probleme sahst, siehst du auf einmal Möglichkeiten und Potenzial.

Dann ist es kein Problem mehr, dass du nicht weißt, was morgen geschehen wird. Du lebst im Vertrauen auf die Intelligenz, welche durch dein Sein fließt. Und was auch immer das Leben dir serviert, damit gehst du dann nach deinem bestem Wissen um.

Also Kopf hoch! Du bist nicht allein, du bist nicht getrennt.

Lerne, die Spannung zu genießen, welche das Leben mit sich bringt. Anderenfalls wäre das Leben auch etwas langweilig, findest du nicht? Wie ein Film, bei dem du bereits ganz genau weißt, wohin die Geschichte führt.

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